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Die Fuji X Pro2

Seit ich den Weg zu Fotografie gefunden habe nutze ich Spiegelreflex-Systeme von Nikon, ich bin sozusagen mit Nikon groß geworden und schätze die Kameras und Objektive sehr, technische Höchstleistungen – doch in den letzten Monaten bin ich in Gedanken immer wieder von Ufer zu Ufer gesprungen.

Warum? 

Ich hab das Gefühl die Zeit der klassischen Digitalen Spiegelreflex geht zu Ende, Vorteile des Systems (die lange Zeit als unersetzlich galten) verlieren kräftig an Wert. Ich beobachte die Entwicklung mit viel Freude und merke nach und nach wie das meine eigene Sichtweise untergräbt. Vielleicht geht es vielen Fotografen genau so und auch du beginnst mit der Zeit zu gehen, anstatt an altem festzuhalten. Aus diesem Grund möchte ich hiermit meine Gedanken teilen.

Gefühlte Fotos

Ich bin durch und durch Hochzeits- und Reportage-Fotograf und ich find es einfach berührend die Geschichten von Menschen festzuhalten und durch meinen Blick einen ganz bestimmten Einblick geben zu können. So besonders viele dieser Momente sind, fühle ich mich in den letzten Monaten dabei auf der Strecke gelassen. Was ich meine ist das Gefühl zur Kamera, die Verbindung zum Foto und letztlich zum Moment. Ich bin Fotograf – das heißt ich nutze ein Werkzeug und mehr nicht, so oder ähnlich könnte der Gedanke vieler sein. Doch es ist weit mehr als das, ein Künstler malt nicht nur mit Farben und bestimmten Pinseln, es ist Teil des künstlerischen Ausdrucks. Mein Werkzeug soll auch mein Freund sein. 2016 hab ich über 100.000 Fotos gemacht und nach und nach gemerkt wie das Gefühl zum Foto und zum Prozess des Fotografierens schwindet. Es ist also an der Zeit meine aktuelle Arbeitsweise zu überdenken und mit der Zeit zu gehen.

 

Retro trifft Höchstleistungen

Der Kameramarkt ist breit, es gibt viele Hersteller, auf dem großen Schiff waren es bisher immer Nikon und Canon die vieles für die Fotografie getan haben, Innovationen für die digitale Revolution, Objektive für Ewigkeit und doch gesellen sich in den letzten Jahren Hersteller wie Fuji, Sony, Olympus und Pentax mehr und mehr dazu. Dabei sind diese Firmen keine Neulinge – so auch Fuji: Bekannt für brillante und millionenfach genutzte Filme zur Analogen Zeit. Ich hab das Gefühl Fuji trifft von allen Herstellern am ehesten den Puls der Zeit.Fuji X-Pro2 - Stefan Franke Fotografie

Das Rennen um immer mehr Megapixel ist beendet, ein gutes Foto ist keine Frage der Kamera an sich, vielmehr eine Frage der Art zu Fotografieren. Genau das greift Fuji mit Ihrer Produktlinie auf – Retro trifft hier auf technische Höchstleistungen. Die Konzepte sind eben diese Mischung aus purer Fotografie und moderner, digitaler Bildentstehung und Verarbeitung. Genau hier versuche ich mich erneut zu finden und in der Fotografie wieder mehr als nur Pixel zu sehen.

Mit der Zeit gehen

Ich habe lange überlegt und mich nun entschieden mit der Zeit zu gehen:

Die Fuji X-Pro2 gehört für mich zu einer der ersten Kameras die das Zeug hat meine bisherige Nikon abzulösen und das nicht nur für private Projekte. Wichtige Aspekte wie Geschwindigkeit, Sensor-Qualität und Objektiv-Palette sind hier kein Killer-Argument mehr, dazu kommen zwei schwerwiegende Vorteile: Gewicht/Handling und Spaß/Emotion.

Das Gewicht spielt eine Rolle, gerade als Hochzeitsfotograf ist es am Abend hart mehrere Kilo an Technik rum zu schleppen, doch da ich ziemlich Fit bin ist das kein Problem für mich. Eine weit größere Rolle spielt die Wahrnehmung: Als Fotograf mit zwei DSLRs und großen Objektiven fühle ich mich oft, als jemand der Fotogeil ist und mit den lauten Klack-Klack des Verschlusses versucht den Moment abzuschießen. Eine kleine Fuji, fast schon eine schwarze Box, fällt kaum auf, kann völlig lautlos betrieben werden und gibt mir somit ein Höchstmaß an Diskretion. Diese Nähe zu den Menschen und Situationen ist mit den großen und dicken Kameras einfach nicht möglich. Meine Kamera wird somit nicht zum Hindernis, sondern zum echten Begleiter und letztlich zum Werkzeug, mit dem ich sensible Momente fotografieren kann – ach ja, und der Spaß mit der Kamera kommt dabei auch nicht zu kurz.

Die Großen schlafen

Ich frag mich schon seit längerem: Nikon – was ist los? Anstatt neue, zeitgemäße und innovative Produkte kommen Meldungen von Stellenabbau und Preiserhöhungen. Schöne bunte „iam-Nikon“ Welt ist das. Ich halte mich für einen ziemlich Markentreuen Typ, wenn mir was gefällt, dann wechsle ich so schnell nicht. Doch ich hab keine Lust mehr zu warten und so tritt das ein, was zur Zeit wohl täglich passiert: ein Wechsel. Ich kann nur hoffen Nikon tut sich zum 100-jährigen einen gefallen und kommt mit den richtigen Innovationen zurück. Ob ich dann noch bereit bin mit zu gehen ist fraglich.

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